Hunde sind unsere täglichen Begleiter und wenn es ihnen nicht gut geht, sorgen wir uns sofort sehr! Aber da sie ja leider nicht reden können, wissen wir oft nicht, was genau ihnen fehlt.
Aus diesem Grund behandle ich jeden Hund ganzheitlich.
Das bedeutet, dass ich Fakten über all seine gesundheitlichen Probleme im Laufe seines Lebens, seine charakterlichen Eigenheiten, seine Haltung, Bewegung, Fütterung, seine Vorlieben und Abneigungen sammele.
Dies und eine gründliche osteopathische Befundung oder TCM-Diagnose mit Puls- und Zungendiagnostik, sowie Palpation der diagnostischen Punkte helfen mir, den Krankheitsverlauf zu verstehen und einen sinnvollen Behandlungsweg einzuschlagen.
Die meisten Hunde, die (Dank ihrer Halter) den Weg zu mir finden, sind schon vorbehandelt und sehr oft gibt es auch eine Diagnose. Die meisten Hunde, die in meine Praxis kommen sind chronisch krank. Trotz aller vorangegangenen Bemühungen ist der Hund nicht richtig gesund geworden, die Halter möchten gerne noch eine andere Behandlungsmethode versuchen und kommen aus diesem Grund zu mir.
Nun beginnt meine „kriminalistische Suche nach dem Schuldigen“. Meine Aufgabe sehe ich darin, herauszufinden, was der Grund für die Beschwerden ist, und diese dann zu behandeln, denn oft ist das augenscheinlich erkrankte Organ oder das lahmende Bein nicht der primäre Grund für die Beschwerden.
Hier zwei Beispiele für solche Fälle:
Eine Hündin mit Blasenentzündung
Sie war schon mehrere Monate vorbehandelt, aber nach Absetzen der Antibiotika kam die Blasenentzündung mit Blut im Urin und gestörtem Allgemeinbefinden immer wieder. Die Antibiotika wirkten immer schlechter.
Blutungen sind ein Zeichen dafür, dass der Körper kühlen möchte und eine Entzündung der Blase ist auch ein Hitze-Zeichen, also leitete ich mittels Akupunktur Hitze aus der Blase aus. Leider nicht erfolgreich. Es war wieder Blut im Urin zu finden!
Die Hündin war insgesamt sehr frostig, zitterte ohne Mantel und suchte die Wärme. Die Schleimhäute waren blass und feucht, der Puls tief und langsam. Alles Zeichen für einen Yin-Zustand, also für Kälte. Das Gegenteil also von dem Yang-Zustand mit Hitze in der Blase!
Eine Antibiotikatherapie, wie sie die Hündin ja über lange Zeit erhalten hatte, ist energetisch kühlend. Sie soll ja die Entzündung unterbinden! Sie linderte zwar das Symptom der Blasenentzündung, konnte das Hauptproblem aber nicht beheben, weswegen die Hündin immer wieder erkrankte.
Meine Überlegung war nun, dass die Ursache der Erkrankung eher eine mangelnde Wärme im Körper, also ein Yang-Mangel war, und wagte einen Versuch: ich wärmte mit Akupunktur und Kräutern das Yang, besonders das im Unterleib. Und das Konzept funktionierte!
Schon nach der ersten Behandlung hatte die Hündin kein Blut mehr im Urin und es ging ihr deutlich besser!
Ein Rüde mit einer Lahmheit vorne links
Röntgenologisch wurde eine kleine Veränderung im Ellbogengelenk nachgewiesen und der Hund wurde dahingehend behandelt. Bekam er Schmerzmittel, lief er gut, wurden diese abgesetzt, begann die Lahmheit wieder. Da die Halter dem Hund nicht bis an sein Lebensende Schmerzmittel geben wollten, kamen sie in meine Praxis, um noch einmal eine andere Behandlungsmethode zu versuchen.
Bei der osteopathischen Untersuchung zeigte der Rüde Schmerzen bei der Streckung des linken Ellbogengelenks. Er zeigte aber auch beidseits Schmerzen in Breiten Rückenmuskel (M. latissimus dorsi), der ein Rückwärtsführer der Vordergliedmaße ist.
Schmerzen in diesem Muskel können ein Hinweis dafür sein, dass der Hund keinen Schub mehr aus der Hinterhand entwickeln kann und zum Vorwärtsgehen nun die Vorderbeine nach hinten ziehen muss. Dabei überanstrengt er den Latissimus.
Im Verlauf der osteopathischen Behandlung fand ich eine schmerzhafte Lendenwirbelsäule und ein blockiertes Kreuzdarmbeingelenk. Er konnte aus diesem Grund keinen Schub aus der Hinterhand entwickeln, weswegen er die Vorderbeine überlastete.
Mit Hilfe einiger Akupunkturbehandlungen und osteopathischen Mobilisationen, die sich hauptsächlich auf die Lendenwirbelsäule und das Kreuzbein richteten, verschwand die Lahmheit vorne links und der Hund wurde insgesamt agiler.
Natürlich kann so eine Suche nach dem primären Problem auch erfolglos bleiben oder der Hund lahmt wirklich vorne links, weil er dort eine Arthrose hat. Auch dann können Osteopathie, Akupunktur und Kräuterheilkunde Ihrem Hund helfen, ein beschwerdefreieres Leben zu führen.